Mit Ayurveda durch den Winter

Die ayurvedische Lehre hält auch für den Hausgebrauch zahlreiche Tipps und Tricks bereit – leicht umzusetzen inklusive Spaßfaktor und Wohlfühlgarantie. Lass Dich überraschen!

Ayurveda ist – wörtlich übersetzt – die Wissenschaft vom langen und gesunden Leben. Die über 5000 Jahre alte traditionelle, indische Heilkunst wird auch als „Mutter der Medizin“ bezeichnet. In der ayurvedischen Lehre wird der Mensch als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele betrachtet – alle Organe, der gesamte Organismus steht in Wechselwirkung innerhalb des Systems und zu allem außerhalb davon. Das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen ist der Fokus – nicht Krankheit und Leid.

Ayurveda ist mehr als eine Behandlungsmethode, es ist ein ganzheitliches Lebenskonzept, eine Weltanschauung, gesammelte Weisheit, mit enger Verbindung zur Yogalehre.

Durch das Aufrechterhalten und das Wiederherstellen der Balance von Körper, Geist und Seele sollen Krankheiten erst gar nicht auftreten. Man beugt vor und will Vitalität und Gesundheit erhalten. Entscheidend wichtig hierfür ist zu wissen, ob man zum Konstitutionstyp Kapha, Pitta oder Vata gehört. Mache hier (Link!) den Test und finde heraus, welcher Konstitutionstyp Du bist. Jeder Mensch lebt mit seiner individuellen Zusammensetzung dieser drei Doshas.

Kapha steht für die Elemente Wasser und Erde, es gibt Kraft und Stabilität. Pitta steht in Zusammenhang mit dem Element Feuer, regelt die Verdauung, das Wärmegefühl, die Sehkraft. Vata wird mit Luft, Raum und Äther assoziiert und ist zuständig für Beweglichkeit, Atmung, Ausscheidung. Soviel, so gut. Bei diesem kleinen Exkurs möchte ich es an dieser Stelle belassen.

Wie Du „ein bisschen Ayurveda“ in Deinen Alltag bringen kannst, erfährst Du hier und jetzt …

Ayurvedische Winter-Tipps für alle Konstitutionstypen

Völlig unabhängig von der Verteilung der Doshas und Deinem ayurvedischen Konstitutionstyp, kannst Du dir mit kleinen Ritualen aus dem Ayurveda in der kalten Jahreszeit ganz einfach etwas Gutes tun. Genieße es!

Esse weise

Im Winter brennt unser Verdauungsfeuer, das im Ayurveda Agni genannt wird, besonders stark. Deswegen darfst Du in der kalten Jahreszeit ruhig etwas deftiger und mehr essen. Warme Speisen wie Eintöpfe, Aufläufe und Nudelgerichte eignen sich besonders gut, da sie unsere innere Wärme entfachen, uns nähren und uns wohlbehalten durch Herbst und Winter bringen.

Zu kühle Speisen oder auch zu wenig Nahrung, kann im Winter dazu führen, dass Gewebe abgebaut wird und Du Deinen Organismus dadurch schwächst. Trockenes wie Haferflocken, Salate oder Rohkost solltest Du im Winter nur selten verzehren.

Nüsse, Trockenfrüchte wie zum Beispiel Datteln und Milchprodukte dürfen auf Deinem „Winter-Speiseplan“ nicht fehlen. Beim Kochen grundsätzlich etwas Ghee verwenden.

Ayurveda-Ölmassage

Die ayurvedische Selbstmassage belebt und stärkt den ganzen Körper. Du kannst diese Massage jeden Morgen durchführen oder auch nur 1-2 die Woche – die wohltuende Wirkung wirst Du in jedem Fall spüren. Massiere Deinen ganzen Körper vor dem Duschen mit warmem Sesamöl und lasse dieses ca. 10-20 Minuten einziehen. Spüle das Öl danach genüsslich mit warmem Wasser ab.

Die Massage beruhigt das Nervensystem, stabilisiert den Kreislauf und hilft dabei, über die Lymphbahnen Toxine aus dem Körper auszuschwemmen.

Sei achtsam

Gehe bewusst durch Deinen Tag, vermeide automatisierte Abläufe, bei denen Du dich wie ferngesteuert fühlst. Lebe im Augenblick, suche das kleine Glück und freue Dich über die kleinen Dinge. Bringe bewusst etwas Abwechslung in Deine Routinen – gehe einmal die andere Straße entlang, probiere etwas Neues zum Frühstück aus, sei auch mal verrückt …

Selfcare

Schlaf, Meditation, gemäßigte Bewegung sind die Schlüssel zu einem gesunden Körper und Geist. Dies gilt natürlich nicht nur im Winter, sondern genauso für den Sommer. Im Winter sind unsere Körper durch Kälte und Dunkelheit aber oft nicht so stark wie in der warmen Jahreszeit. Achte deshalb auf einen guten Ausgleich zwischen Bewegung und Erholung, schlafe ausreichend – also ca. 7-8 Stunden am Tag.

Meditiere täglich, am besten am Morgen direkt nach dem Aufstehen oder am Abend. Halte Deinen Geist klar, beruhige Deine Emotionen, lass Dich nicht verleiten, träge oder missmutig zu werden. Auch der Winter kann wunderschön sein.

Atemwege unterstützen

Unsere empfindlichen Atemwege leiden im Winter besonders unter der Kälte und Heizungsluft. Sie trocknen so leicht aus, entzünden sich, schmerzen. Unterstütze Deine Atemwege mit einigen kleinen Pflegeritualen: Mache jeden Morgen eine Nasendusche. Ob mit etwas Natriumchloridsalz (gering dosieren!) oder einfach nur mit Wasser – in jedem Fall wird Dir dabei ein Neti-Kännchen gute Dienste erweisen. Danach kannst Du 1-2 Tropfen Öl in der Nase verteilen – entweder Du verwendest dafür Sesamöl oder spezielles Nasenöl., Nasya-Öl. Beides ist in ayurvedischen Shops erhältlich.

Extra-Tipp: Trinke regelmäßig Goldene Milch – natürlich selbst zubereitet. Das ayurvedische Heißgetränk entfaltet mit Kurkuma, Ingwer, Muskat und Pfeffer eine heilsame und stark wärmende Wirkung. Das Rezept findest Du hier.

Bildcredit: Photo by Chinh Le Duc on Unsplash

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